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Prüfsiegel "Spiel Gut" bei Holzspielzeug

Das Prädikat „spiel gut“ wird vom Arbeitsausschuß Kinderspiel und Spielzeug e.V. für besonderes Spielzeug nicht nur aus Holz verliehen. Der "spiel gut Arbeitsausschuß Kinderspiel und Spielzeug e.V." ist eine auf Spielzeug und Spiele spezialisierte gemeinnützige Verbraucherberatung.
Der Ausschuss berät Eltern, Erzieher/-innen, Hersteller und alle sonstigen mit Kindern und Spielen beschäftigten Personen und Institutionen zum Thema Spielzeug und Holzspielzeug.

Das Ziel von "spiel gut"

Ziel des Vereins ist die Förderung des "guten Spielzeugs", so dass Kinder gute Erfahrungen im Umgang mit ihrer Welt machen können. Eine Gesellschaft charakterisiert sich auch dadurch, welche Spielräume und welche Spielmaterialien sie ihren Kindern und Jugendlichen bietet. Die Experten von des Vereins haben ein Testverfahren entwickelt, mit dem die auf dem Markt befindlichen Spiele und Spielsachen untersucht und bei Erfüllen der von ihnen zusammengestellten/geforderten Kriterien mit dem Siegel spiel gut ausgezeichnet werden.

Wie wird das Prädikat vergeben?

Über die "spiel gut"-Auszeichnung, Ablehnung, Verbesserungsvorschläge wird nach Abschluß der Erprobung im Begutachtungsgremium (15 - 20 Mitglieder aus allen Fachgebieten) beraten und entschieden. Die Sitzungen des Gremiums finden etwa zehn- bis fünfzehnmal jährlich statt. Die "spiel gut"-Urkunde für das Spielzeug bzw. Holzspielzeug oder auch eine Ablehnung werden dem Hersteller nach der Sitzung zugeschickt.

Kritierien bei der Beurteilung von Spielzeug und Holzspielzeug durch "spiel gut"

Spielzeug soll die Fantasie anregen und nicht einengen, wie es zum Beispiel Sprechpuppen mit ihren dürftigen Redewendungen tun. Jedes Kind erfindet mühelos mehr und bessere Worte für alles, was seine Puppe sagen soll.

Je vielfältiger die Spielmöglichkeiten, desto anregender ist das Spielzeug und desto länger bleibt es interessant: z.B. ein Nachziehwagen für das Kleinkind.

Das Spiel folgt den täglichen Umwelterfahrungen und den besonders eindrucksvollen Erlebnissen des Kindes (auch beim Fernsehen!). So regt z.B. die Baustelle vor dem Haus zum Nachspielen an, ein Urlaub auf dem Campingplatz lässt ein Wohnmobil interessant werden.

Die Größe des Spielzeugs: Kleinkinder bauen besser mit großen Bausteinen, aber ein riesiger Teddybär eignet sich nicht gut zum überallhin begleitenden Freund.

Die Menge: Für jedes Spielzeug ist das richtige Maß zu finden; mehr Bausteine fördern das Bauen, mehr Schienen machen die Eisenbahn interessanter - aber eine Puppe mit Zubehör ist besser als viele Puppen ohne Zubehör.

Material und Haltbarkeit müssen dem Spielzweck entsprechen. Aus jedem Material lässt sich gutes oder schlechtes Spielzeug herstellen. Kleinkindspielzeug muss besonders viel aushalten (aber nicht alles!). Enttäuschung ist der größte Spielverderber. Auch das Vertrauen zum Erwachsenen leidet darunter.

Konstruktion und Mechanik müssen für das Kleinkind besonders einfach sein und auch beim Spielzeug für ältere Kinder - immer verständlich. Einblick in die Technik ist wichtiger als Modelltreue.

Form und Farbe beeinflussen auch die Spielmöglichkeiten und die Vorstellungswelt des Kindes: zu buntes Baumaterial stört beim Gestalten, „drollige“ Spieltiere verleiten zu einer sentimental verkitschten Einstellung zur Tierwelt. Spielzeug in vereinfachter Form lässt die Kinder Wesentliches erkennen. Überflüssige Dekorationen lenken vom eigentlichen Spiel ab.

Sicherheit nach den EU-Normen muss vor der spiel gut Prüfung durch das CE bestätigt sein. Absolute Sicherheit gibt es aber nicht. Die Sicherheitsvorschriften können nicht Anleitung und Beaufsichtigung durch die verantwortlichen aufsichtspflichtigen Personen ersetzen. Jedes Kind muss auch allmählich lernen, mit alltäglichen Gefahren umzugehen. Sicherheit bedeutet für jedes Spielzeug und für jedes Kind etwas anderes.

Umweltverträglichkeit eines Spielzeuges hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss bei den verschiedenen Spielmaterialien unterschiedlich bewertet werden: das verwendete Material, Produktion, Gebrauch und Entsorgung, Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Wiederverwendbarkeit. Langlebiges wird nicht zu Müll sondern „vererbt“. Oder man tauscht, kauft, verkauft auf dem Flohmarkt. Kein Wegwerfspielzeug kaufen und unnötig große Verpackungen zurückweisen (Gesellschaftsspiele!).

Der Preis des Spielzeugs sollte immer im Verhältnis zu den Spielmöglichkeiten und zur Lebensdauer beurteilt werden. Lieber weniger und besseres Spielzeug kaufen. Eine gute Lösung: Wertvolles Spielzeug gemeinsam schenken.

(Quelle: http://www.spielgut.de)

Weitere Normen, Siegel und Kennzeichen: